Kunst im Garten

Dass die Kunst uns dazu verleitet, unsere Perspektive zu wechseln, über den sprichwörtlichen Tellerrand zu schauen, uns animiert, umzudenken, neue Wege zu gehen, ist allseits bekannt. Nun stellt sich die Frage, was eine Vogelnestschaukel mit der bildnerischen Kunst zu tun haben könnte? Damit beschäftigen sich Kinder in unserem Hort „Körbla“.

 

Zunächst wurden verschiedene Gegenstände, wie Schaukel, Rutsche, Kind, Baum, Brett, Haus etc. auf Zettel notiert. Jedes Kind und auch jeder Erwachsene zog im Anschluss blind jeweils einen Zettel. Mit einem Pinsel, zunächst mit schwarzer Farbe getränkt, ging es dann bäuchlings in die Vogelnestschaukel. Dort angeschubst stellte sich nun die Herausforderung, bestmöglich das gezogen Objekt auf ein unter der Schaukel befindliches Papier zu bringen.

 

Unter schallendem Gelächter brachte jeder nun sein Bild zu Papier. Pinselstrich für Pinselstrich wurden Schaukeln, Rutschen, Kinder, Bäume, Bretter und Häuser sichtbar. Interessiert schauend kamen auch die Kinder und Betreuer des restlichen Hauses dazu.

Die Idee hierfür war von den Schulkindern selbst gekommen. Wie zu allen Ferien besprechen die Erzieher mit den Hortkindern, was sie interessieren würde und wie sie gerne ihre freie Zeit im Hort verbringen möchten. Malen ist hier ein fester Bestandteil. Allerdings mal richtig groß, außergewöhnlich, etwas Neues probieren. Das war der Wunsch. Warum nicht Malen – die eine tolle Sache – mit Schaukeln – eine andere ebenfalls tolle Sache – verbinden? Gedacht, gesagt, getan.

 

Als schließlich die Bilder getrocknet waren, ging es weiter. Eine Schaukel, Rutsche oder ein Baum steht ja schließlich auf einem Boden, einer Wiese, Sandkasten oder ähnlichem. Hier sollte dann auch ein Perspektivenwechsel stattfinden. Haben Sie, werter Leser, schon probiert mit Ihrer linken Hand (falls Sie Rechtshänder sind) oder mit Ihrer rechten (falls Sie Linkshänder sein sollten) ein Bild fertig zu stellen?

– Genau das war der Plan. Einige Teilnehmer dieser Aktion stellten nun also ihre angefangenen Bilder fertig, in dem sie die Pinsel eben mit der jeweilig anderen Hand hielten und führten.

 

 

 

Wieder andere wollten sich einer weiteren Herausforderung stellen und so fand man sich in Zweiergruppen zusammen. Zum Beispiel Andreas mit Vanessa (die Namen wurden aus Datenschutzgründen geändert). Dabei bekam Vanessa das Bild von Andreas und Andreas natürlich das Bild von Vanessa. Nun erklärte Vanessa, deren Blicke durch eine Trennwand von Andreas gehindert wurden, wie sie sich vorstelle, dass ihr Bild aussehen soll, wenn es fertig- gestellt ist. Andreas stand vor der gleichen Aufgabe. Es galt also gut zu erklären, sich in den jeweils anderen hinein zu versetzen und schließlich sich überraschen zu lassen, welche Gestalt das Kunstwerk annehmen würde.

 

Und so bot die Kunst den Kindern und Mitarbeitern im Kinderhort „Körbla“ den Perspektivenwechsel, den Blick über den Tellerrand.

 

Ein besonderer Dank ergeht hier vor allem an die Kinder, die mit ihren vielseitigen Ideen solche spaßigen Ferienprogramme erst möglich machen.