Alles hat seine Zeit

 

Liebe Gemeinde,

Liebe Gemeinde,

beim Nachdenken über die derzeitige „Corona- Situation“ auf der Welt sind mir Verse aus dem Psalm 31 ins Gedächtnis gekommen. So steht geschrieben: Du bist mein Gott: Meine Zeit steht in deinen Händen.

 

Mit der Zeit ist es ja so eine Sache. In unserer Gesellschaft sind wir es gewohnt, Herr über die eigene Zeit zu sein. Zumindest über die Freizeit. Begriffe wie Selbstoptimierung, Work-Life-Balance oder auch der Unruhestand nach einem erfüllten Arbeitsleben hängen mit der eigenen Zeit zusammen. Über die eigene Lebenszeit bestimmt man am besten selbst und man ist des eigenen Glückes Schmied. Und Zeit verbringen wir als soziale Wesen gerne mit anderen Menschen. Schöne Momente teilen wir mit anderen, gerade Jüngere tun dies auch mit Fotos von Urlaubsorten, welche dann auf Netzwerken Instagram gepostet werden, um zu zeigen, an welchen schönen Plätzen man seine Zeit verbringt.

 

Dann war das Virus da und eine nicht sichtbare Gewalt änderte alles. Plötzlich hatte etwas das Leben im Griff, dessen Folgen die Zeit der Menschen fremdbestimmte. Zeit war plötzlich sehr viel da, aber meist nicht mehr so, wie man sich diese eigentlich vorstellt. Für viele Menschen war jeder Tag ein Umsatzverlust, der existenzbedrohend sein kann. Ich denke dabei zum Beispiel an die Mitarbeitenden in der Gastronomie. Für andere war die Zeit durch Einsamkeit geprägt. In Alten- und Pflegeheimen mussten die Menschen viele Wochen auf Besuch verzichten. Urlaubsreisen konnten zunächst mal nicht stattfinden.

 

 

 

 

 

 

 

Andere nutzten aber vielleicht auch die Phase, um Dinge zu erledigen, die schon lange auf der To-Do Liste standen.

 

Ob man dem nur Negatives oder auch Positives abgewinnen kann – die Zeit stand nicht mehr in den eigenen Händen. Ob das nun die Lebenszeit ist – viele Menschen sind an dem Virus gestorben – oder unser Alltag. Und wir wissen nicht, wie sich die nächsten Monate, bzw. das nächste Jahr entwickeln werden. Bis ein Impfstoff gefunden ist, werden vermutlich auch die Prognosen der Wissenschaftler vage bleiben.

Unsere hoch technologisierte Welt hat wieder mal erfahren, dass nicht alles von Menschenhand steuerbar ist und dass uns Einflüsse von außen treffen, denen wir zunächst hilflos gegenüberstehen.

Ich finde es tröstlich, zu wissen, dass dort noch jemand ist, dem wir unsere Zeit getrost in die die Hände legen können, egal mit welchen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten sie verbunden ist. Die Zeit in Gottes Hände zu legen bedeutet auch De- mut zu zeigen und zu akzeptieren, dass das Leben uns immer wieder Grenzen aufzeigt. Auch wenn die Perspektiven ungewiss sind – auf eines können wir vertrauen – Gott ist da, vor allem auch dort, wo die Sorgen und Ängste am größten sind.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Sommerzeit

 

Ihr Simon Croner